Bei der jährlichen Bestandszählung auf Spitzbergen stießen Fachleute in zwei Tälern auf 13 kürzlich verendete Rentiere. Gefunden wurden elf Weibchen und zwei Männchen – rund 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt. Nicht allein die Zahl, sondern vor allem Alter und Jahreszeit machen den Fund für die norwegischen Behörden außergewöhnlich.

Im arktischen Winter sterben eher sehr junge oder alte, geschwächte Tiere. Die nun gefundenen Rentiere waren dagegen ausgewachsen; die Weibchen befanden sich im fortpflanzungsfähigen Alter. Gesunde erwachsene Tiere sterben normalerweise nicht gehäuft während des Sommers, wenn die Bedingungen vergleichsweise günstig sind.

Tierärzte untersuchten bereits im Juli drei frisch verendete Tiere und entnahmen zahlreiche Proben. Bis zum 7. August lagen nach Angaben des Norwegischen Instituts für Naturforschung weder eindeutige Hinweise noch eine belastbare Hypothese zur Ursache vor. Die Behörden bitten deshalb darum, weitere frische Funde zu melden. Nur gut erhaltene Proben können helfen, Krankheiten, Giftstoffe oder andere Einflüsse systematisch zu prüfen.

Auf der Inselgruppe leben ungefähr 22.000 Spitzbergen-Rentiere. Sie bilden eine eigene Unterart, die ausschließlich dort vorkommt. Die 13 Todesfälle belegen noch keinen Zusammenbruch des Bestands und erlauben keine Spekulation über eine bestimmte Ursache. Sie sind vielmehr ein Warnsignal, das nun mit genauer Beobachtung und Laborarbeit eingeordnet werden muss.

SicherheitsgradPlausible Einordnung
QuellenstandEin deutschsprachiger Ausgangsbeleg

Dieser Beitrag gehört zum vorhandenen Bestand. Er ist eigenständig eingeordnet, wurde aber noch nicht rückwirkend als vollständig nach dem Redaktionsstandard 1.0 geprüft gekennzeichnet.

So prüfen wir Aussagen und Quellen →
Was hängen bleibtDer Befund ist ungewöhnlich, die Ursache völlig offen. Seriös lässt sich derzeit nur sagen: Die Untersuchungen laufen weiter.
Quellenverzeichnis und Fundstelle

Weiterlesen und selbst prüfen.

Unsere Geschichte ist eine eigenständige Zusammenfassung. Den ausführlichen Bericht findest du bei DIE ZEIT.

Zu DIE ZEIT

Quelle zuletzt redaktionell erfasst: 10.08.2026 · externe Inhalte können sich ändern.

Fehler entdeckt oder einen besseren Beleg gefunden?

Korrekturhinweis geben →